Schirmherr 2009

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Freunde und Unterstützer der Schülerakademie Tutzing 2009,


Schirmherr:
Reinhold Metzner
ich habe wieder sehr gerne die Schirmherrschaft für diese Tagung übernommen und wünsche mir mit Ihnen zusammen drei erfolgreiche und inspirierende Akademietage, zu Zeiten, in denen das Thema „Nachhaltigkeit“ selten aktuell ist.

Gerade erleben wir, dass das große Experiment „ständiges Wirtschaftswachstum durch Konsum“ schief gegangen ist. Ich verstehe ganz und gar nicht, warum viele Politiker und Ökonomen das Thema materielles Wirtschaftswachstum nach wie vor als „die Medizin“ für eine bessere Welt verkaufen.

Mittellosen Menschen Häuser zu finanzieren oder Kredite zu verteilen, von denen man weiß, dass sie nie zurückgezahlt werden, empfinde ich als ein Monopoly-Spiel der Gier. Diese Menschen mussten in den letzten Monaten aus ihren Schuldenhäusern ausziehen, haben gleichzeitig ihre Anstellungen verloren, bekommen kein Geld mehr auf Pump und fragen sich, wie es weitergehen soll.

Die Wissenschaftler und Experten, die sich dieses Experiment ausgedacht haben und mit ihren Kunden gespielt haben, jammern jetzt, weil sie selbst bei ihrem globalen Monopoly viel Geld verloren haben. Sie fühlen sich nicht für ihr Handeln verantwortlich, verlangen aber Steuergelder zur Finanzierung ihrer Pleiten und bekommen Milliarden. Das ist pervers!

Wie wäre es, aus Fehlern zu lernen und sie zu hinterfragen, anstatt ein neues Monopoly mit wenig geänderten Spielregeln zu beginnen? Alle Spielsüchtigen sollten sich einer umfassenden Therapie unterziehen, anstatt mit ihren alten Methoden Flickschusterei bei der Neuauflage ihres Spieles zu betreiben und wieder Wirtschaftswachstum und Zocken als wichtigste Spielregel zu vereinbaren!

Beschäftigen sich diese Menschen wirklich mit ihrem Leben und einem sinnvollen Dasein? Wie wichtig ist ihnen das Wohl anderer Menschen, sowohl lokal als auch global?

Wir erleben täglich den unermesslichen Reichtum auf der einen und die wachsende Armut auf der anderen Seite in all unseren globalen Gesellschaftssystemen. Die damit verbundene immer weiter auseinander klaffende gesellschaftliche Schere ist für mich in einer zum Teil gewinnorientierten, egoistischen Denk- und Vorgehensweise des Shareholder-Value-Verhaltens der Großindustrie und Finanzmärkte begründet! Dies ist für unser menschliches Miteinander ein ethisch unwürdiges und Gift für unsere Zukunft!

Ich bin fest davon überzeugt, das dass Leben vieler Menschen schon ein bisschen leichter wäre, wenn sie sich erst in zweiter Instanz auf finanziellen Wohlstand konzentrierten!

Ich freue mich auf die gemeinsamen Tage mit Ihnen!

Reinhold Metzner
Beirat der Unternehmensgruppe www.spechtenhauser.de

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